Umschulung Raumausstatter

Die Umschulung zum Raumausstatter/zur Raumausstatterin ermöglicht Quereinsteigern eine fundierte Ausbildung als Fachkraft in einem kreativen und abwechslungsreichen Beruf. Ob Polstermöbel, Bodenbeläge, Wandbekleidung oder Raumdekoration – als Gestaltungsprofi und Allround-Talent im Bereich Inneneinrichtung wird es nie langweilig. Das Aufgabengebiet ist vielseitig und umfasst sowohl die Gestaltung von privaten Wohnungen und Häusern als auch die Planung und Einrichtung von gewerblichen Objekten, wie zum Beispiel Büroräume von Unternehmen, Ausstellungsräume von Möbelhäusern, Hotels, Krankenhäuser, Seniorenheime, Theaterräume, Fernsehstudios oder Messestände. umschulung

Berufsbild Raumausstatter

Raumausstatterinnen und Raumausstatter verbinden gestalterische Fähigkeiten mit ästhetischem Gespür, Kreativität und handwerklichem Geschick. Auch die Kunden- und Serviceorientierung ist ein wichtiger Bestandteil des Berufes. Durch das angeeignete Know-how haben Raumausstatter die Möglichkeit, in folgenden Bereichen tätig zu sein:

  • Fachbetriebe des Raumausstatterhandwerks
  • Polsterwerkstätten
  • Einrichtungshäuser
  • Raumausstattungsateliers
  • Film- und Fernsehstudios
  • Theaterräume
  • Architekturbüros
  • Messebau

Bevor es an die Gestaltung geht, beraten Raumausstatter ihre Kunden und planen anhand deren Wünschen und Vorstellungen die Einrichtung. Anschließend besorgen sie die entsprechenden Materialien und Einrichtungsaccessoires. Nachdem sie die Kosten ermittelt haben, beschäftigen sie sich mit der Gestaltung der Räume. Sie polstern Möbelstücke, verlegen Böden, tapezieren Wände, kümmern sich um den Sonnenschutz, indem sie Rollos, Jalousien oder Markisen für Balkone und Terrassen anbringen, sie nähen und schneiden Stoffe zu und sie kümmern sich mit Bohrmaschine, Schraubenzieher und Leiter um die Montage. Somit ist der Beruf des Raumausstatters sehr abwechslungsreich und Bedarf ein hohes Maß an Kreativität und handwerklichem Geschick.

Umschulung zum Raumausstatter

Die Umschulung zur Raumausstatter kann als klassische duale Ausbildung, in einer Kombination aus Ausbildungsbetrieb und Schule, oder als rein schulische Ausbildung absolviert werden. Die ersten Monate der Ausbildung sind für alle Umschüler gleich, danach kann, je nach persönlichem Interesse, ein bestimmter Schwerpunkt gewählt werden. Folgende Ausbildungsschwerpunkte sind möglich:

  • Boden
  • Decken- und Wanddekoration
  • Raumdekoration inkl. Licht-, Sicht- und Sonnenschutzanlagen
  • Polstern

Geeignet ist die Umschulung zum Raumausstatter für alle, die sich beruflich neu orientieren möchten und denen es Freude bereitet, andere bezüglich Inneneinrichtung zu beraten und Räume zu gestalten oder umzugestalten. Wer eine vorherige Ausbildung in einem Handwerksberuf oder in einer kundenorientierten Tätigkeit hat, der kann von dieser Umschulung profitieren.

Im Quereinstieg zum Raumausstatter– das sind die Voraussetzungen

fragen zur bildung

Ein Schulabschluss (Haupt- oder Realschulabschluss) sollte vorhanden sein. Neben handwerklichem Geschick und einer gestalterischen Neigung sollte man ein gewisses Maß an Flexibilität, Kreativität, eine sorgfältige Arbeitsweise und Kontaktfreude mitbringen.

Angehende Raumausstatter sollten zudem folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Stilempfinden
  • Flexibilität
  • Experimentierfreudigkeit
  • Freude am Planen und Gestalten
  • Offenheit für neue Ideen und Anregungen
  • Sorgfältigkeit und Genauigkeit
  • Einfühlungsvermögen
  • Kundenorientierung

Dauer der Umschulung zum Raumausstatter

Die klassische duale Ausbildung zum Raumausstatter dauert drei Jahre und ist eine Kombination aus Betrieb und Schule. Eine Umschulung zum Raumausstatter ohne betriebliche Anbindung, kann in der Regel nach zwei Jahren abgeschlossen werden. Dabei ist die Dauer der Umschulungsmaßnahme maßgeblich davon abhängig, ob sie in Vollzeit oder in Teilzeit, also nebenberuflich stattfindet.

Was kostet eine Umschulung zum Raumausstatter

Bei der klassischen dreijährigen Ausbildung fallen keine Kosten an, vielmehr erhält der Auszubildende eine Ausbildungsvergütung. Bei der rein schulischen Form können hingegen Lehrgangs- und Prüfungsgebühren anfallen. Unter bestimmten Voraussetzungen können jedoch verschiedene Fördermaßnahmen in Anspruch genommen werden, um diese Kosten zu decken. Wenn die Umschulung zum Dekorateur bzw. Raumausstatter beispielsweise aus der Arbeitslosigkeit heraus stattfindet, kann die Agentur für Arbeit einen Weiterbildungsgutschein vergeben.

Ablauf der Umschulung zum Raumausstatter

Bei der dualen klassischen Ausbildung erwerben Raumausstatter in der Berufsschule das erforderliche theoretische Wissen, welches sie in ihrem Ausbildungsbetrieb in die Praxis umsetzen können. Die Auszubildenden legen eine Zwischen- sowie eine Abschlussprüfung bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK) ab. Im Rahmen der Umschulung wird die Theorie ebenfalls in einer Fachschule vermittelt. Ggf. ist es notwendig, Praktika in einem Betrieb zu absolvieren. Am Ende der Umschulung muss ebenfalls an einer IHK-Prüfung teilgenommen werden.

Lerninhalte bei der Umschulung zum Raumausstatter

Die Aufgabengebiete von Raumausstattern sind vielseitig. Ebenso facettenreich ist auch die Ausbildung. Während ihrer Umschulung vertiefen die Teilnehmer unter anderem folgende Bereiche:

  • Beratung von Kunden
  • Besichtigung der auszustattenden Räumlichkeiten
  • Vermessung der Räumlichkeiten
  • Errechnung des Materialbedarfs und Bestellung des Materials
  • Erstellung von Kostenvoranschlägen
  • Planung der Arbeitsabläufe
  • Kalkulation der Kundenaufträge
  • Behandlung von Oberflächen
  • Herstellung von Polstern und Instandsetzung von Polstermöbeln
  • Erkennung und Auswahl von Stoffen und Materialien
  • Auswahl, Gestaltung und Verlegung von Bodenbelägen
  • Gestaltung, Beschichtung, und Anstreichen von Wand- und Deckenflächen
  • Auswahl und Montage von Licht-, Sicht- und Sonnenschutzanlagen
  • Umsetzung von Zeichnungen und Skizzen in Zuschnitte
  • Gestaltung und Montage von Raumdekoration
  • Überprüfung des Arbeitsergebnisses

Gehaltsaussichten für den Beruf Raumausstatter

gehalt

Die Höhe des Verdienstes eines Raumausstatters ist abhängig von verschiedenen Kriterien, wie zum Beispiel der Qualifikation, dem gewählten Schwerpunkt oder auch der Berufserfahrung. Zudem hängt die Vergütungshöhe auch von der Art und der Größe des Betriebes ab. Aufgrund dieser vielen Faktoren kann keine Pauschalaussage zu den Gehaltsaussichten eines Raumausstatters gemacht werden. Grundsätzlich sind diese jedoch als sehr gut einzuschätzen.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen nach der Umschulung zum Raumausstatter

Raumausstatter haben nach Abschluss ihrer Umschulung verschiedene Möglichkeiten, das bisher angeeignete Wissen noch weiter zu vertiefen. Folgende Weiterbildungsmöglichkeiten stehen zur Auswahl:

  • Fachwirt des Handwerks
  • Betriebswirt des Handwerks
  • Fachkaufmann in der Handwerkswirtschaft
  • Raumausstattermeister
  • Industriemeister Fachrichtung Polstermöbel
  • Gestalter Fachrichtung Farbtechnik und Raumgestaltung
  • Gestaltungsberater im Raumausstatterhandwerk
  • Betriebsassistent des Handwerks
  • Techniker der Fachrichtung Raumgestaltung und Innenausbau
  • Innenarchitekt
  • Restaurateur
  • Bühnenbildner

Sofern man die entsprechende schulische Qualifikation besitzt, besteht auch die Möglichkeit für ein Studium. Es stehen Bachelor-Studiengänge in folgenden Bereichen zur Auswahl:

  • Innenarchitektur
  • Konservierung und Restaurierung
  • Bühnenbildnerei
  • Bekleidungsdesign
  • Bildende Kunst

Natürlich können sich Raumausstatter auch selbstständig machen und einen eigenen Betrieb eröffnen.

Zukunftsaussichten für den Beruf Raumausstatter

Raumausstatter sind Gestaltungsexperten und Multitalente des Handwerks. Ihre Fachkompetenz wird immer gefragt sein, sowohl für private Wohnungen und Häuser als auch für eine Vielzahl gewerblicher Objekte. Das Handwerk ist ein Wirtschaftszweig mit Zukunft und sehr guten beruflichen Perspektiven.

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überhaupt nicht eher weniger soweit ok gut sehr gut
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