Umschulung Fahrlehrer

Die Umschulung zum Fahrerlehrer/zur Fahrlehrerin bietet Quereinsteigern hervorragende Perspektiven in einem interessanten und abwechslungsreichen Beruf, in dem eine große Nachfrage nach Fachkräften besteht. Fahrlehrer sind staatlich anerkannte Lehrkräfte und entweder selbstständig mit einer eigenen Fahrschule oder sie arbeiten als Angestellte an einer privaten oder öffentlichen Fahrschule. Die Hauptaufgabe von Fahrlehrern besteht darin, theoretischen und praktischen Unterricht im Führen von Kraftfahrzeugen zu erteilen sowie das korrekte Verhalten im Straßenverkehr zu lehren. Ihr Beruf ist sehr vielseitig und darüber hinaus arbeiten sie nah mit Menschen zusammen.umschulung

Berufsbild Fahrlehrer

In der Regel arbeitet ein Fahrlehrer in Fahrschulen oder Ausbildungszentren für Verkehrsberufe. Fahrlehrer vermitteln die Grundlagen zur Funktion eines Autos, sie erteilen notwendiges Wissen für das sichere und selbstständige Führen eines Kraftfahrzeugs im Straßenverkehr, sie lehren die Straßenverkehrsordnung und bereiten Führerscheinanwärter auf die Prüfung vor. Des Weiteren kümmern sie sich um das Terminmanagement der theoretischen und praktischen Unterrichtsstunden, weisen die geleisteten Stunden nach und rechnen diese ab, beurteilen die Fähigkeiten und Kenntnisse der Fahrschüler und melden diese bei entsprechendem Wissensstand zur theoretischen und praktischen Prüfung an.

Im praktischen Unterricht beobachten Fahrlehrer das Fahrverhalten und greifen, wenn nötig, korrigierend ein. Sie lassen ihre Schützlinge üben, wie man sicher bremst, wie man einen Pkw korrekt einparkt, wie man mit einem Motorrad Hindernissen ausweicht oder wie man mit einem Lkw an eine Laderampe heranfährt. Hingegen vermitteln sie ihren Fahrschülern im Unterricht das nötige theoretische Wissen.

Umschulung zum Fahrlehrer

Die Umschulung zum Fahrerlehrer erfolgt im Ganztagsunterricht oder aber nebenberuflich in der Abendform in einer Ausbildungsstätte speziell für Fahrlehrer. Die Grundausbildung in der Ausbildungsstätte dauert, wenn sie in Vollzeit absolviert wird, ungefähr fünf Monate. In Teilzeit kann sie bis zu einem Jahr dauern.

Am Ende der Umschulung erfolgen eine fahrpraktische Prüfung sowie eine schriftliche und mündliche Fachkundeprüfung. Nach erfolgreichem Bestehen, wird im Anschluss ein Praktikum in einer Ausbildungsfahrschule absolviert, welches vier bis fünf Monate dauert. In dieser Zeit fahren die angehenden Fahrlehrer bei Fahrstunden mit. Wer die theoretische und praktische Lehrprobe besteht, darf selbst Fahrstunden für Pkw mit und ohne Anhänger geben. Durch verschiedene Aufbaumodule können sich Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer noch für weitere Fahrzeugklassen (z. B. Lkws) qualifizieren.

Im Quereinstieg zum Fahrlehrer – das sind die Voraussetzungen

fragen zur bildung

Die Umschulung zum Fahrlehrer eignet sich für alle, die gerne mit Menschen eng zusammenarbeiten und denen es Freude bereitet, ihr Wissen und ihre Erfahrungen im Straßenverkehr an Fahranfänger weiterzugeben. Ein gewisses Maß an Geduld und Einfühlungsvermögen sollte deshalb vorhanden sein.

Für die Umschulung zum Fahrlehrer müssen zudem folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Schulabschluss (Hauptschulabschluss ist ausreichend)
  • Abgeschlossene Berufsausbildung
  • Mindestalter von 22 Jahren
  • Mindestens drei Jahre Fahrpraxis in der Fahrzeugklasse B
  • Fahrerlaubnis in den Klassen BE, A und CE
  • Durch ärztliches Gutachten nachgewiesene körperliche und geistige Eignung
  • einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis

Ein Einstieg in diesen Berufsweg ist auch noch im fortgeschrittenen Alter möglich, solange die erforderliche körperliche und geistige Eignung gegeben ist. Auch wenn der Beruf in der Regel von Männern dominiert wird, gibt es auch immer mehr Frauen, die sich für den Beruf Fahrlehrer entscheiden.

Dauer der Umschulung zum Fahrlehrer

Die Dauer der Umschulung zum Fahrerlehrer beträgt, je nachdem, ob man sich für Vollzeit oder Teilzeit entscheidet, zwischen fünf und zwölf Monaten. Aufbaumodule nehmen, je nach gewählter Fahrzeugklasse, zwischen einem und zwölf Monaten in Anspruch.

Was kostet eine Umschulung zum Fahrlehrer

Bei einer Umschulung in einer Fahrlehrer-Ausbildungsstätte muss mit Kosten (Lehrgangs- und Prüfungsgebühren) gerechnet werden. Unter bestimmten Voraussetzungen können jedoch verschiedene Fördermaßnahmen in Anspruch genommen werden. Wer beispielsweise die Umschulung zum Fahrerlehrer aus der Arbeitslosigkeit heraus plant, kann bei zu der zuständigen Agentur für Arbeit einen Bildungsgutschein beantragen.

Ablauf der Umschulung zum Fahrlehrer

Der Ablauf der Umschulung zum Fahrlehrer gestaltet sich je nach Ausbildungsanbieter unterschiedlich. Allgemein teilt sich die Umschulungszeit jedoch in einen theoretischen und praktischen Teil auf. Am Ende der Umschulungsmaßnahme folgen dann die theoretische und praktische Prüfungen.

Lerninhalte bei der Umschulung zum Fahrlehrer

Im Vergleich zu Lehrern an allgemeinbildenden Schulen müssen Fahrlehrer kein Lehramtsstudium absolvieren, es genügt eine berufliche Weiterbildung in einer anerkannten Ausbildungsstätte, in der alle wichtigen Fähigkeiten und Kenntnisse für den Beruf als Fahrlehrer vermittelt werden.

Es werden vor allem folgende Lerninhalte bei der Umschulung zum Fahrlehrer vermittelt:

  • Verkehrsverhalten
  • Straßenverkehrsordnung
  • Verkehrspädagogik
  • Umweltschutz
  • Allgemeines Recht
  • Fahrzeugtechnik
  • Praktisches Fahren

Gehaltsaussichten für den Beruf Fahrlehrer

gehalt

Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer sind gefragte Fachkräfte in ihrer Branche. Nach dem Abschluss der Umschulung ist es daher in der Regel nicht schwierig, eine passende Stelle zu finden. Der Verdienst variiert und hängt natürlich von verschiedenen Faktoren ab, weshalb eine pauschale Antwort auf die Frage, wie sich die Gehaltsaussichten gestalten, nicht möglich ist. Zudem besteht auch die Möglichkeit, sich mit einer Fahrschule selbstständig zu machen, womit sich andere Gehaltsmöglichkeiten bieten. Zu vergessen sind jedoch nicht die Finanzierungskosten für die eigene Fahrschule.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen nach der Umschulung zum Fahrlehrer

Eine regelmäßige Fortbildung ist für Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer unabdingbar, da sich die Gesetze im Straßenverkehr immer wieder ändern und Fahrerlehrer auf dem aktuellen Wissensstand sein müssen. Durch verschiedene Weiterbildungen haben sie zudem die Möglichkeit, sich weiter zu qualifizieren und ihr Tätigkeitsgebiet zu erweitern.

Folgende Weiterbildungsmöglichkeiten stehen für Fahrlehrer zur Auswahl:

  • Motorradlehrer
  • Lkw-Lehrer
  • Busfahrerlehrer
  • Verkehrssicherheitstrainer
  • Dozent für die Berufskraftfahreraus- und -weiterbildung
  • ASF-Moderator
  • MPU-Berater
  • Mobilitätsberater
  • Fachwirt für Verkehr

Wer die entsprechende schulische Qualifikation besitzt und eine Hochschulzugangsberechtigung nachweisen kann, der hat auch die Möglichkeit, ein Studium zu beginnen. Es stehen Bachelor-Studiengänge in Bereichen Verkehrsbetriebswirtschaft und Fahrzeugtechnik zur Auswahl.

Zukunftsaussichten für den Beruf Fahrlehrer

Qualifizierte Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer verfügen sowohl im Bereich der Fahrschulen als auch in Ausbildungszentren für Verkehrsberufe über ausgezeichnete Berufsaussichten. Die Fahrschulbranche leidet deutschlandweit unter einem Fachkräftemangel. Es gehen jährlich deutlich mehr Fahrlehrer in den Ruhestand als neue Nachwuchskräfte nachkommen. Fahrlehrer sind derzeit so gefragt wie noch nie, daher suchen viele Fahrschulen händeringend nach qualifizierten Mitarbeitern. Deshalb können die Zukunftsaussichten für Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer als sehr gut eingeschätzt werden.

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überhaupt nicht eher weniger soweit ok gut sehr gut
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