OTTI – Bildung für alle!


Umschulung

Der Begriff Umschulung fällt immer dann, wenn die aktuelle berufliche Situation keine Perspektiven mehr bietet und aus diesem Grund eine grundlegende Veränderung erforderlich ist. Gesundheitliche Probleme, die zu einer Erwerbsunfähigkeit führen, oder auch schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt sorgen immer wieder aufs Neue dafür, dass sich Menschen für eine Umschulung entscheiden und im Zuge dessen zumindest in beruflicher Hinsicht einen kompletten Neuanfang wagen. Zuweilen stellen Menschen im Laufe der Zeit aber auch einfach fest, dass sie in ihrem erlernten Beruf nicht glücklich werden. Um sich dennoch verwirklichen zu können, kann eine Umschulung eine Option sein.

Menschen, denen im Beruf grundlegende Veränderungen bevorstehen, sollten eine Umschulung als Chance sehen und die Möglichkeit nutzen, die Weichen für eine zukunftsorientierte Karriere zu stellen. Natürlich kostet es Überwindung, im Erwachsenenalter noch einmal von ganz vorne zu beginnen, aber es lohnt sich in der Regel. Auf diese Art und Weise ergeben sich vollkommen neue Perspektiven, für die sich die Mühen einer Umschulung auf jeden Fall lohnen.

Was ist eine Umschulung?

Obwohl der Begriff Umschulung den meisten Menschen durchaus geläufig sein dürfte, wirft er immer wieder Fragen auf. Spätestens dann, wenn das Thema Umschulung relevant wird, sollte man sich intensiv mit der Definition auseinandersetzen und so erörtern, worum es sich dabei überhaupt handelt. Im Allgemeinen kann man unter einer Umschulung eine spezielle Bildungsmaßnahme verstehen, die sich zwar an Erwachsene richtet, aber als Ausbildung daherkommt. Wesentliches Merkmal einer Umschulung ist dabei die Tatsache, dass die Qualifizierung vom erlernten Beruf beziehungsweise der bislang ausgeübten Tätigkeit abweicht. Sinn und Zweck einer Umschulung ist es folglich, einen Neuanfang zu ermöglichen.

Zweite Ausbildung oder Weiterbildung?

Dass eine Umschulung vielfältige Chancen bietet, steht außer Frage und erklärt die Popularität solcher Maßnahmen. Viele Menschen befinden sich allerdings in einer Art Zwickmühle und fragen sich, ob sie eine zweite Ausbildung in Form einer Umschulung absolvieren oder nicht doch lieber eine Weiterbildung absolvieren sollen. Eine pauschale Empfehlung kann es hier nicht geben, denn verschiedene Faktoren sind für die betreffende Entscheidung ausschlaggebend. Wichtige Faktoren sind vor allem die Aussichten in dem bisherigen Beruf sowie die persönlichen Wünsche und Vorstellungen. Wer seinem Berufsfeld durchaus treu bleiben und auf der Karriereleiter aufsteigen will, liegt mit einer einschlägigen Weiterbildung goldrichtig. Für den Fall, dass man allerdings unglücklich ist oder die Branche nur wenige Chancen bietet, ist eine Umschulung die bessere Wahl. Somit ist eine Betrachtung des Einzelfalls stets unerlässlich und die Basis für die Entscheidungsfindung.

Welche Voraussetzungen muss man für eine Umschulung erfüllen?

Zunächst müssen angehende Umschüler die Bereitschaft mitbringen, sich auf etwas Neues einzulassen. Nach einigen Jahren im Beruf kann dies durchaus eine Herausforderung sein, aber angesichts der Perspektiven, die sich so ergeben, lohnt es sich, über den eigenen Schatten zu springen. Fleiß, Disziplin, Ehrgeiz und Lerneifer sind dann auf dem Weg zum angestrebten Abschluss erforderlich. Wichtig zu wissen ist zudem, dass sich Umschulungen stets an Menschen richten, die nicht nur volljährig sind, sondern auch bereits einen Beruf erlernt haben. Eine abgeschlossene Ausbildung gehört aus diesem Grund vielfach zu den Voraussetzungen für eine Umschulung. Im Einzelfall können diesbezüglich aber auch Ausnahmen gemacht werden, weshalb es ratsam ist, sich eingehend beraten zu lassen.

Wie lange dauert eine Umschulung?

Klassische Berufsausbildungen nehmen in den meisten Fällen drei Jahre in Anspruch und enden dann mit der Abschlussprüfung. Diese ist zwar auch das Ziel einer Umschulung, doch bis dahin dauert es lediglich zwei Jahre. Obgleich Umschüler keinerlei einschlägige Kenntnisse mitbringen müssen, sind sie in der Regel berufserfahren, was zu einer Verkürzung der Dauer führt. Üblicherweise sind für eine Umschulungsmaßnahme in einem klassischen Ausbildungsberuf daher 24 Monate zu veranschlagen.

Wie hoch sind die Kosten für eine Umschulung?

Als Anbieter von Umschulungen treten vielfach private Bildungseinrichtungen in Erscheinung, die den Vollzeitlehrgang organisieren und sich über Gebühren finanzieren. Dementsprechend kann der Beginn einer Umschulung durchaus auch eine Geldfrage sein. Nicht selten ergeben sich so Kosten in Höhe von mehreren Tausend Euro. Außerdem können Umschüler ihren Lebensunterhalt nicht selbst erwirtschaften, so dass sich eine sehr angespannte Finanzlage ergeben kann.

Welche Förderungen gibt es für Umschulungen?

Auf den ersten Blick scheint eine Umschulung nur für gut Betuchte infrage zu kommen, schließlich müssen nicht nur die Lehrgangsgebühren, sondern auch die während der gesamten Dauer anfallenden Lebenshaltungskosten finanziert werden. Dass sich derartige Maßnahmen aber vorrangig an Arbeitslose und Erwerbsunfähige richten, erscheint als Widerspruch, denn diese Zielgruppe ist in der Regel knapp bei Kasse. Hier kommt die Rentenversicherung beziehungsweise die Arbeitsagentur als Kostenträgerin ins Spiel. Im Bedarfsfall können diese eine Umschulung fördern, indem sie die Kosten übernehmen und darüber hinaus auch finanzielle Unterstützung zum Lebensunterhalt leisten. Dank dieser Förderungen muss der Traum von einer zweiten Ausbildung in Form einer Umschulung somit nicht am Geld scheitern. Interessenten sollten die Förderung folglich frühzeitig klären und das Gespräch mit dem jeweils zuständigen Kostenträger suchen.

Wo kann man eine Umschulung machen?

Angeboten werden Umschulungen in der Regel von Bildungseinrichtungen in privater Hand, die entsprechende Lehrgänge in Vollzeit veranstalten. Praktika sollen dabei dafür sorgen, dass die praktischen Kompetenzen nicht zu kurz kommen. Bei dieser Variante spricht man auch von einer außerbetrieblichen Umschulung. Das passende Pendant dazu ist die betriebliche Umschulung, die sich hinsichtlich ihres Ablaufs nicht von einer klassischen Ausbildung unterscheidet und dementsprechend im Unternehmen stattfindet.

Welche Berufe kann man per Umschulung erlernen?

All diejenigen, die in ihrem bisherigen Beruf keine Zukunft für sich sehen und aus diesem Grund mit einer Umschulung liebäugeln, wollen natürlich auch wissen, welche Umschulungen überhaupt zur Auswahl stehen. Grundsätzlich kann man sich in jedem nach dem Berufsbildungsgesetz anerkannten Ausbildungsberuf umschulen lassen. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich dabei unter anderem die folgenden Umschulungsberufe:

  • Kaufmann/-frau im Gesundheitswesen
  • Altenpfleger/in
  • Kaufmann/-frau für Büromanagement
  • Erzieher/in
  • Kfz-Mechatroniker/in