Umschulung

Der Begriff Umschulung fällt immer dann, wenn die aktuelle berufliche Situation keine Perspektiven mehr bietet und aus diesem Grund eine grundlegende Veränderung erforderlich ist. Gesundheitliche Probleme, die zu einer Erwerbsunfähigkeit führen, oder auch schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt sorgen immer wieder aufs Neue dafür, dass sich Menschen für eine Umschulung entscheiden und im Zuge dessen zumindest in beruflicher Hinsicht einen kompletten Neuanfang wagen. Zuweilen stellen Menschen im Laufe der Zeit aber auch einfach fest, dass sie in ihrem erlernten Beruf nicht glücklich werden. Um sich dennoch verwirklichen zu können, kann eine Umschulung eine Option sein.

Menschen, denen im Beruf grundlegende Veränderungen bevorstehen, sollten eine Umschulung als Chance sehen und die Möglichkeit nutzen, die Weichen für eine zukunftsorientierte Karriere zu stellen. Natürlich kostet es Überwindung, im Erwachsenenalter noch einmal von ganz vorne zu beginnen, aber es lohnt sich in der Regel. Auf diese Art und Weise ergeben sich vollkommen neue Perspektiven, für die sich die Mühen einer Umschulung auf jeden Fall lohnen.umschulung

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Umschulung?

Obwohl der Begriff Umschulung den meisten Menschen durchaus geläufig sein dürfte, wirft er immer wieder Fragen auf. Spätestens dann, wenn das Thema Umschulung relevant wird, sollte man sich intensiv mit der Definition auseinandersetzen und so erörtern, worum es sich dabei überhaupt handelt.

Im Allgemeinen kann man unter einer Umschulung eine spezielle Bildungsmaßnahme verstehen, die sich zwar an Erwachsene richtet, aber als Ausbildung daherkommt. Wesentliches Merkmal einer Umschulung ist dabei die Tatsache, dass die Qualifizierung vom erlernten Beruf beziehungsweise der bislang ausgeübten Tätigkeit abweicht. Sinn und Zweck einer Umschulung ist es folglich, einen Neuanfang zu ermöglichen.

Zweite Ausbildung oder Weiterbildung?

fragen zur bildung

Dass eine Umschulung vielfältige Chancen bietet, steht außer Frage und erklärt die Popularität solcher Maßnahmen. Viele Menschen befinden sich allerdings in einer Art Zwickmühle und fragen sich, ob sie eine zweite Ausbildung in Form einer Umschulung absolvieren oder nicht doch lieber eine Weiterbildung absolvieren sollen. Eine pauschale Empfehlung kann es hier nicht geben, denn verschiedene Faktoren sind für die betreffende Entscheidung ausschlaggebend.

Wichtige Faktoren sind vor allem die Aussichten in dem bisherigen Beruf sowie die persönlichen Wünsche und Vorstellungen. Wer seinem Berufsfeld durchaus treu bleiben und auf der Karriereleiter aufsteigen will, liegt mit einer einschlägigen Weiterbildung goldrichtig. Für den Fall, dass man allerdings unglücklich ist oder die Branche nur wenige Chancen bietet, ist eine Umschulung die bessere Wahl. Somit ist eine Betrachtung des Einzelfalls stets unerlässlich und die Basis für die Entscheidungsfindung.

Wie funktioniert eine Umschulung?

Umschulungen sind den meisten Menschen erst einmal fremd, weshalb sie die Funktionsweise derartiger Qualifizierungen ergründen möchten. Wie eine Umschulung funktioniert, hängt im Wesentlichen davon ab, welche Qualifizierungsform zum Einsatz kommt. Eine betriebliche Umschulung entspricht der klassischen dualen Berufsausbildung und findet mehrheitlich im Unternehmen statt, wobei ergänzend noch theoretischer Unterricht stattfindet.

Anders sieht es dahingegen bei außerbetrieblichen Umschulungen als, die als schulische Lehrgänge daherkommen und Umschüler dazu verdonnern, noch einmal die Schulbank zu drücken. Zur Ergänzung sind zudem praktische Phasen vorgesehen, die als Praktika in einschlägigen Betrieben konzipiert sind und den Teilnehmern somit zumindest einen ersten Eindruck von der beruflichen Praxis verschaffen.

Welche Voraussetzungen muss man für eine Umschulung erfüllen?

Zunächst müssen angehende Umschüler die Bereitschaft mitbringen, sich auf etwas Neues einzulassen. Nach einigen Jahren im Beruf kann dies durchaus eine Herausforderung sein, aber angesichts der Perspektiven, die sich so ergeben, lohnt es sich, über den eigenen Schatten zu springen. Fleiß, Disziplin, Ehrgeiz und Lerneifer sind dann auf dem Weg zum angestrebten Abschluss erforderlich.

Wichtig zu wissen ist zudem, dass sich Umschulungen stets an Menschen richten, die nicht nur volljährig sind, sondern auch bereits einen Beruf erlernt haben. Eine abgeschlossene Ausbildung gehört aus diesem Grund vielfach zu den Voraussetzungen für eine Umschulung. Im Einzelfall können diesbezüglich aber auch Ausnahmen gemacht werden, weshalb es ratsam ist, sich eingehend beraten zu lassen.

Wie lange dauert eine Umschulung?

Klassische Berufsausbildungen nehmen in den meisten Fällen drei Jahre in Anspruch und enden dann mit der Abschlussprüfung. Diese ist zwar auch das Ziel einer Umschulung, doch bis dahin dauert es lediglich zwei Jahre. Obgleich Umschüler keinerlei einschlägige Kenntnisse mitbringen müssen, sind sie in der Regel berufserfahren, was zu einer Verkürzung der Dauer führt. Üblicherweise sind für eine Umschulungsmaßnahme in einem klassischen Ausbildungsberuf daher 24 Monate zu veranschlagen.

Wie hoch sind die Kosten für eine Umschulung?

gehaltAls Anbieter von Umschulungen treten vielfach private Bildungseinrichtungen in Erscheinung, die den Vollzeitlehrgang organisieren und sich über Gebühren finanzieren. Dementsprechend kann der Beginn einer Umschulung durchaus auch eine Geldfrage sein.

Nicht selten ergeben sich so Kosten in Höhe von mehreren Tausend Euro. Außerdem können Umschüler ihren Lebensunterhalt nicht selbst erwirtschaften, so dass sich eine sehr angespannte Finanzlage ergeben kann.

Welche Förderungen gibt es für Umschulungen?

Auf den ersten Blick scheint eine Umschulung nur für gut Betuchte infrage zu kommen, schließlich müssen nicht nur die Lehrgangsgebühren, sondern auch die während der gesamten Dauer anfallenden Lebenshaltungskosten finanziert werden. Dass sich derartige Maßnahmen aber vorrangig an Arbeitslose und Erwerbsunfähige richten, erscheint als Widerspruch, denn diese Zielgruppe ist in der Regel knapp bei Kasse.

Hier kommt die Rentenversicherung beziehungsweise die Arbeitsagentur als Kostenträgerin ins Spiel. Im Bedarfsfall können diese eine Umschulung fördern, indem sie die Kosten übernehmen und darüber hinaus auch finanzielle Unterstützung zum Lebensunterhalt leisten. Dank dieser Förderungen muss der Traum von einer zweiten Ausbildung in Form einer Umschulung somit nicht am Geld scheitern. Interessenten sollten die Förderung folglich frühzeitig klären und das Gespräch mit dem jeweils zuständigen Kostenträger suchen.

Wo kann man eine Umschulung machen?

Angeboten werden Umschulungen in der Regel von Bildungseinrichtungen in privater Hand, die entsprechende Lehrgänge in Vollzeit veranstalten. Praktika sollen dabei dafür sorgen, dass die praktischen Kompetenzen nicht zu kurz kommen. Bei dieser Variante spricht man auch von einer außerbetrieblichen Umschulung. Das passende Pendant dazu ist die betriebliche Umschulung, die sich hinsichtlich ihres Ablaufs nicht von einer klassischen Ausbildung unterscheidet und dementsprechend im Unternehmen stattfindet.

Welche Berufe kann man per Umschulung erlernen?

All diejenigen, die in ihrem bisherigen Beruf keine Zukunft für sich sehen und aus diesem Grund mit einer Umschulung liebäugeln, wollen natürlich auch wissen, welche Umschulungen überhaupt zur Auswahl stehen. Grundsätzlich kann man sich in jedem nach dem Berufsbildungsgesetz anerkannten Ausbildungsberuf umschulen lassen. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich dabei unter anderem die folgenden Umschulungsberufe:

  • Kaufmann/-frau im Gesundheitswesen
  • Altenpfleger/in
  • Kaufmann/-frau für Büromanagement
  • Erzieher/in
  • Kfz-Mechatroniker/in

Wann ist eine Umschulung sinnvoll?

fragenMenschen, die sich mit dem Thema Umschulung befassen, stellen sich immer die grundlegende Frage, wann eine Umschulung sinnvoll ist und in welchen Situationen vielleicht eine andere Qualifizierungsmaßnahme vorzuziehen ist. Dies hängt natürlich immer vom Einzelfall ab, doch im Allgemeinen ist immer dann zu einer Umschulung zu raten, wenn im ursprünglich ausgeübten Beruf keine Perspektiven mehr existieren und daher der Wunsch nach einem grundlegenden Wechsel besteht.

Besteht also eine Arbeitslosigkeit oder droht diese, ohne dass die Aussicht auf einen erfolgreichen Wiedereinstieg in den Ursprungsberuf existiert, liegt eine Umschulung nahe. Dies gilt auch dann, wenn der einst erlernte Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausgeübt werden kann. Zudem kann auch der Wunsch nach einer beruflichen Veränderung, weil man in der bisherigen Tätigkeit keine Erfüllung findet, ausschlaggebend sein.

Welche Vor- und Nachteile bietet eine Umschulung?

Gründe für eine Umschulung kann es viele geben. Interessenten wissen dabei sehr zu schätzen, dass sich ihnen trotz ihres nicht mehr ganz jugendlichen Alters noch die Gelegenheit bietet, einen neuen Beruf zu erlernen und den entsprechenden Abschluss zu erlangen. Umschulungen schaffen demnach die ideale Basis für einen beruflichen Neubeginn und sind perfekt auf Teilnehmer mit abgeschlossener Erstausbildung zugeschnitten. Darin besteht aber auch ein Nachteil, denn ohne Erstausbildung hat man kaum eine Chance auf eine Umschulung.

Zudem beginnt man noch einmal ganz von vorne, was auch nicht jedem behagen dürfte. Noch einmal einen neuen Beruf zu lernen und sich auf etwas Neues einzulassen, fällt zudem nicht allen Menschen so leicht. Wer aber dazu bereit ist, sich einzugestehen, dass die bisherige Berufslaufbahn eine Sackgasse ist, kann über die Schattenseiten hinwegsehen und wird die Möglichkeit einer Umschulung als große Chance begreifen.

Wie in so vielen Situationen des Lebens muss man auch in Zusammenhang mit einer Umschulung stets zwischen den Vor- und Nachteilen abwägen. Alles in allem ist eine Umschulung der Startschuss für eine vielversprechende zweite Karriere und sollte folglich nicht verteufelt werden, obgleich der Anlass in der Regel eine schwierige Ausgangslage ist.

An wen kann man sich wenden, wenn man sich umschulen lassen möchte?

All diejenigen, die für sich erkannt haben, dass ihnen eine Umschulung neue Perspektiven bieten kann, fragen sich natürlich, an wen sie sich mit diesem Anliegen wenden können. Geht es um die Förderung einer Umschulungsmaßnahme, sollte man bei der Agentur für Arbeit oder gegebenenfalls bei der Rentenversicherung vorstellig werden. Davon abgesehen bietet es sich an, mit verschiedenen Anbietern in Kontakt zu treten und so Informationen aus erster Hand zu sammeln. Unabhängige Informationsportale zum Thema Bildung, wie zum Beispiel OTTI, informieren zudem online über Umschulungen und gewähren Interessenten so erste Einblicke.

Wie funktioniert eine Umschulung?

Umschulungen sind den meisten Menschen erst einmal fremd, weshalb sie die Funktionsweise derartiger Qualifizierungen ergründen möchten. Wie eine Umschulung funktioniert, hängt im Wesentlichen davon ab, welche Qualifizierungsform zum Einsatz kommt. Eine betriebliche Umschulung entspricht der klassischen dualen Berufsausbildung und findet mehrheitlich im Unternehmen statt, wobei ergänzend noch theoretischer Unterricht stattfindet.

Anders sieht es dahingegen bei außerbetrieblichen Umschulungen als, die als schulische Lehrgänge daherkommen und Umschüler dazu verdonnern, noch einmal die Schulbank zu drücken. Zur Ergänzung sind zudem praktische Phasen vorgesehen, die als Praktika in einschlägigen Betrieben konzipiert sind und den Teilnehmern somit zumindest einen ersten Eindruck von der beruflichen Praxis verschaffen.

Wie bekommt man eine Umschulung genehmigt?

Angehende Umschüler müssen sich je nach Ausgangslage bei der Rentenversicherung oder Agentur für Arbeit um eine Genehmigung der Maßnahme bemühen. Einen rechtlichen Anspruch darauf haben sie allerdings nicht. Wer aber glaubhaft darlegen kann, dass sich die Investition in eine Umschulung lohnt und diese einen neuen Zugang zum Arbeitsmarkt bietet, kann durchaus gute Karten haben. Eine gute Vorbereitung auf das Gespräch mit dem Sachbearbeiter und schlüssige Argumente sind somit das A und O für eine positive Entscheidung des jeweiligen Leistungsträgers.

Wie viel Geld bekommt man während einer Umschulung?

Wie viel Geld man während einer Umschulung bekommt und ob man überhaupt Einnahmen erzielt, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab. Bei den recht seltenen betrieblichen Umschulungen kann es durchaus sein, dass eine Ausbildungsvergütung gezahlt wird. Die weitaus häufigere Lehrgangsform wird im Gegensatz dazu nicht vergütet, sondern ist stattdessen gebührenpflichtig. Zusätzlich müssen auch die laufenden Lebenshaltungskosten finanziert werden.

Umschüler, die eine Zusage von der Rentenversicherung oder der Arbeitsagentur erhalten haben, bekommen finanzielle Unterstützung. Diese besteht aus einer Übernahme der etwaigen Kosten sowie einer finanziellen Unterstützung zum Lebensunterhalt. Die genaue Höhe lässt sich nicht pauschalisieren, weshalb eine individuelle Beratung mit dem Leistungsträger unabdinglich ist. Im Allgemeinen kann man sich hier jedoch an der Grundsicherung orientieren.

Welche Alternativen gibt es zu einer Umschulung?

Menschen, die zwar bereits im Berufsleben stehen oder zumindest einen Beruf erlernt haben und zugleich eine Veränderung herbeisehnen, landen fast automatisch bei einer Umschulung. Entsprechende Maßnahmen bieten die Möglichkeit, einen anderen Beruf zu erlernen und auf diese Art und Weise den Grundstein für einen Berufswechsel zu schaffen. Ein solch radikaler Schnitt ist allerdings längst nicht immer gewünscht und erforderlich, denn es gibt durchaus auch Alternativen zur Umschulung.

All diejenigen, die sich verändern möchten, ohne ihre bereits vorhandenen Kenntnisse und Kompetenzen komplett auszublenden, sollten vielleicht eher über eine Weiterbildung nachdenken. Diese greift die vorhandenen Kompetenzen auf und erweitert diese, so dass sich teils vollkommen neue Perspektiven ergeben. Ein gutes Beispiel dafür sind Spezialisierungsweiterbildungen, die eine individuelle Schwerpunktsetzung ermöglichen und der beruflichen Laufbahn eine neue Richtung geben können.

Anstelle einer Umschulung bietet sich zuweilen auch ein Studium an. Angesichts der zunehmenden Akademisierung in vielen Bereichen ist es ohnehin sinnvoll, berufsbegleitend zu studieren. Im Zuge dessen kann man einerseits seinem Beruf nachgehen und andererseits einen Studienabschluss anstreben. Dafür ist ein Abendstudium, Fernstudium oder anderweitiges Teilzeitstudium bestens geeignet. Trotz aller Flexibilität darf man allerdings nicht vergessen, dass ein Studium einen hohen Anspruch aufweist und folglich kein Kinderspiel ist.

Wer sich dessen bewusst ist und die Herausforderung annimmt, hat im Erfolgsfall beste Aussichten auf eine vielversprechende Karriere. Das Studienfach muss dabei nicht zwingend zur bisherigen Berufstätigkeit passen, sondern kann durchaus auch vollkommen fachfremd sein. Dementsprechend handelt es sich dann gewissermaßen doch um eine Umschulung, obwohl dabei eine wissenschaftliche Ausbildung stattfindet.

Als Alternative zu einer Umschulung in Form eines schulischen Lehrgangs kommt möglicherweise auch eine betriebliche Umschulung in Betracht. Diese entspricht einer dualen Ausbildung und steht dieser in nichts nach. Mitunter können junge Erwachsene aber auch einen ganz normalen Ausbildungsplatz suchen, ohne sich auf spezielle Umschulungsmaßnahmen zu fokussieren. Weiterhin ist zu beachten, dass es nicht in allen Bereichen zwingend einer geregelten Ausbildung bedarf. Eine Umschulung ist somit kein Muss, wenn eine umfassende Einarbeitung oder ein simples Seminar ausreicht, um in dem fraglichen Tätigkeitsbereich Fuß fassen zu können.

Umschulungen haben durchaus ihre Daseinsberechtigungen und sind spannende Chancen, sich noch einmal beruflich zu verändern. Sie sind aber auch nicht alternativlos, weshalb es wichtig ist, sich einen Überblick zu verschaffen und eine gewisse Recherche zu betreiben. Möglicherweise bietet sich eine Alternative zur Umschulung an und schafft die Basis für eine aussichtsreiche Laufbahn.

Welche Umschulung lohnt sich?

Eine zentrale Frage, die Umschulungswillige umtreibt, befasst sich mit der Sinnhaftigkeit einzelner Umschulungen. Es geht folglich darum, welche Umschulung sich lohnt. Ausschlaggebend ist dafür vor allem, ob der betreffende Beruf Zukunft hat oder nicht. Dabei ist zu beachten, dass ein Boom zu Lehrgangsbeginn möglicherweise rasch verpufft und der Bedarf an kompetenten Fachkräften zum Zeitpunkt des Abschlusses längst gedeckt ist. Ein akuter Fachkräftemangel sollte also nicht ausschlaggebend sein, sondern vielmehr eine langfristige Beobachtung des Arbeitsmarktes. Ein reger Austausch mit Branchenkennern sowie eine eingehende Beratung können ebenfalls sehr hilfreich sein. Gleichzeitig dürfen Umschulungswillige die eigenen Interessen und Wünsche nicht außer Acht lassen, schließlich sollen sie Freude empfinden und sich vorstellen können, den neuen Beruf dauerhaft auszuüben. Treffen die persönlichen Vorstellungen auf rosige Zukunftsaussichten, lohnt sich die betreffende Umschulung auf jeden Fall.

Was hat es mit dem Umschulungsvertrag auf sich?

Die Teilnahme an einer Umschulungsmaßnahme muss auch rechtlich abgesichert sein, weshalb ein Umschulungsvertrag abgeschlossen wird. Dieser geht auf die Details der Qualifizierung ein und begründet ein Rechtsverhältnis zwischen dem jeweiligen Anbieter und dem Umschüler. Als juristische Basis dient dabei das Berufsbildungsgesetz. Der Träger der Umschulung muss ebenso wie das konkrete Bildungsziel genau genannt werden. Die Dauer sowie die Kosten gehen ebenfalls aus dem Umschulungsvertrag hervor, der auch auf die Pflichten des Umschulungsanbieters eingeht. Ein Umschulungsvertrag ist somit keineswegs unnötig, sondern vielmehr das zentrale Regelwerk für jede Umschulung.

Was passiert nach einer abgebrochenen Umschulung?

Eine Umschulung ist zunächst eine großartige Chance, um beruflich noch einmal durchzustarten. Es handelt sich folglich um die zweite Chance, die es unbedingt zu nutzen gilt. Leider kommt es aber immer wieder vor, dass Umschüler/innen erst während der Maßnahme feststellen, dass sie die falsche Wahl getroffen haben. Nun stellt sich die Frage, ob man die Umschulung abbrechen kann. Grundsätzlich ist dies immer möglich, wobei sich daraus gewisse Konsequenzen ergeben können. Die Agentur für Arbeit hat als Träger der Maßnahme eventuell bereits umfassende Kosten übernommen und kann möglicherweise eine Entschädigungszahlung verlangen. Wer einen triftigen Grund für den Abbruch der Umschulung anführen kann, kann dem aber möglicherweise entgehen. Eine Überforderung oder gesundheitliche Gründe können einen solchen triftigen Grund darstellen. Ansonsten ist es aber wichtig, sich vorab gut zu informieren und absolut sicher zu sein, denn durch einen Abbruch nimmt man sich schließlich auch die Hoffnungen, die man in die Qualifizierung gesetzt hat.

Welche Altersgrenze gilt für Umschulungen?

Dass sich Umschulungen eher an Menschen mitten im Leben beziehungsweise in etwas fortgeschrittenem Alter richten, liegt auf der Hand und beschreibt das Wesen einer Umschulung, die sich folglich als Alternative zu einer klassischen Berufsausbildung erweist, die eher auf Jugendliche und junge Erwachsene abzielt. Nichtsdestotrotz kommt es vor, dass sich Interessierte die Frage stellen, ob sie nicht doch zu alt für eine Umschulung sind.

Eine kurze Recherche bezüglich etwaiger Altersgrenzen für Umschulungen zeigt jedoch, dass es kein Höchstalter gibt. Wer 50 Jahre oder älter ist, hat so auch noch die Gelegenheit, einen beruflichen Neustart hinzulegen. Rein rechtlich ist man folglich nie zu alt für eine Umschulung. Soll die Maßnahme aber von der Arbeitsagentur oder einem anderen Träger finanziert werden, kann es durchaus erforderlich sein, dass man Überzeugungsarbeit leistet und plausibel macht, warum sich die betreffende Umschulung trotz des fortgeschrittenen Alters lohnt.

Welche Bildungsträger kommen für eine Umschulung in Betracht?

Die Frage, wo man eine Umschulung absolvieren kann, lässt sich gar nicht so einfach beantworten, denn es existieren diverse Bildungsträger. Bundesweit ist unter anderem die IHK vertreten, die teilweise auch Lehrgänge für Umschüler/innen bereithält oder Externenprüfungen in diversen Berufen ermöglicht. Zudem gibt es vielerorts private Bildungseinrichtungen, die sich auf außerbetriebliche Umschulungsmaßnahmen spezialisiert haben. Hier bedarf es einer lokalen Recherche, um den richtigen Anbieter zu finden. Bei dieser Gelegenheit darf man zudem nicht vergessen, dass eine betriebliche Umschulung ebenfalls eine Option sein kann.

Wohin können sich Menschen mit Umschulungswunsch bezüglich der Finanzierung wenden?

Eine Umschulung erweist sich immer wieder aufs Neue als kostspielige Angelegenheit. Da vor allem Arbeitslose und Erwerbsgeminderte Interesse an einer Umschulung haben, ist die finanzielle Lage besonders heikel. Über finanzielle Rücklagen verfügen sie kaum, schließlich sind sie ohne Job oder werden ihre Stelle bald verlieren. Eigenmittel, um teilweise Gebühren von einigen Tausend Euro zu zahlen, sind dementsprechend kaum vorhanden.

Stattdessen leben Umschüler/innen erst einmal vom Staat und müssen sich folglich auf das Nötigste beschränken. Eine teure Qualifizierungsmaßnahme ist aber dennoch kein Luxus, sondern soll die Beschäftigungsfähigkeit des Betroffenen verbessern beziehungsweise wiederherstellen. Langfristig soll so der Abhängigkeit vom Staat entgegengewirkt werden.

Es stellt sich nun nur noch die Frage, welche Stellen die richtigen Anlaufstellen sind, wenn man sich hinsichtlich der Umschulungsmöglichkeiten und der Finanzierungsoptionen informieren möchte. Im Einzelfall kann es hier durchaus Unterschiede geben. Im Folgenden finden sich daher die wichtigsten Ansprechpartner, wobei die untenstehenden Ausführungen beispielhaft zu verstehen sind.

  • Arbeitsamt, Jobcenter beziehungsweise Arbeitsagentur

In Anbetracht der Tatsache, dass eine (drohende) Arbeitslosigkeit der typische Grund dafür ist, dass man sich umschulen lässt, liegt es nahe, sich an das Arbeitsamt zu wenden. Wer sich dort eine positive Resonanz erhofft, sollte allerdings wissen, dass das alte Arbeitsamt Vergangenheit ist und seit einer Reform die Arbeitsagentur beziehungsweise das Jobcenter die richtige Anlaufstelle ist.

Angehende Umschüler/innen, die Arbeitslosengeld II oder Grundsicherung erhalten, sind Kunden des Jobcenters und wenden sich somit an dieses. Im Gegensatz dazu sind Menschen, die Arbeitslosengeld I beziehen oder auch keinen entsprechenden Anspruch haben, bei der Agentur für Arbeit an der richtigen Adresse.

  • Rentenversicherung

Häufig ist eine (drohende) Arbeitslosigkeit gar nicht der Grund für eine Umschulung, sondern eine Erwerbsminderung. Wer seinen bisherigen Beruf nicht mehr ausüben kann, denkt unweigerlich darüber nach, einen anderen Beruf zu ergreifen. Indem man sich umschulen lässt, trotz man den gesundheitlichen Einschränkungen und kann weiterhin am Arbeitsleben teilhaben. Damit dies gelingt, bedarf es einer Qualifizierung. Die Finanzierung einer solchen Umschulung obliegt im Falle von Erwerbsgeminderten üblicherweise der Rentenversicherung.

  • Berufsgenossenschaften beziehungsweise Unfallkasse

Nicht nur das Arbeitsamt beziehungsweise die Rentenversicherung, sondern mitunter auch die eine oder andere Berufsgenossenschaft beziehungsweise die Unfallkasse kommt als Kostenträger für eine Umschulung infrage. Dies ist immer dann der Fall, wenn sich die Notwendigkeit einer beruflichen Umorientierung aus einer Berufskrankheit oder aus einem Arbeitsunfall ergibt. Dann ist die Berufsgenossenschaft beziehungsweise Unfallkasse für die Finanzierung der Umschulungsmaßnahme zuständig.

  • Beratungsstellen

Neben den genannten Einrichtungen existieren noch diverse andere Beratungsstellen, die ebenfalls fachliche Kompetenz besitzen, wenn es um eine berufliche Umorientierung mithilfe einer Umschulung geht. Beispielsweise die Wohlfahrtsverbände sind hier gerne behilflich und informieren über Bildungs- und Kostenträger in Zusammenhang mit Umschulungsmaßnahmen. Unabhängig von den Behörden oder Bildungsanbietern kann man sich so einen ersten Eindruck verschaffen und zudem mehr über die mögliche Finanzierung beziehungsweise Förderung erfahren.

Wie sieht die Finanzierung einer Umschulung aus?

Die Lehrgangsgebühren sowie die laufenden Lebenshaltungskosten können eine Umschulung zu einer echten finanziellen Belastung werden lassen. Es existieren allerdings diverse Beratungsstellen sowie Einrichtungen, die als Kostenträger fungieren können. Im Idealfall sind nicht nur die Umschulungsgebühren, sondern auch die Lebenshaltungskosten abgedeckt. Ob und inwiefern dies der Fall ist, hängt vom Einzelfall ab. Grundsätzlich ergeben sich für Umschüler/innen jedoch die folgenden Finanzierungsmöglichkeiten:

  • Bildungsgutschein

Die Bundesagentur für Arbeit kann Umschulungen vollumfänglich fördern, indem sie einen Bildungsgutschein nach § 81 SGB III ausstellt. Dieser stellt die Finanzierung der Lehrgangsgebühren sicher und kann einfach beim Bildungsträger vorgelegt werden. Die finanziellen Aspekte betreffen den Umschüler also nur indirekt und werden zwischen Bildungseinrichtung und Agentur für Arbeit geregelt. Während der Teilnahme an der geförderten Umschulungsmaßnahme kann man allerdings keinem Beruf nachgehen und somit kein festes Einkommen erwirtschaften. Im Bedarfsfall erhält man noch zusätzlich Arbeitslosengeld zur Finanzierung der laufenden Lebenshaltungskosten.

  • Anderweitige Förderungen

Falls nicht das Jobcenter beziehungsweise die Arbeitsagentur als Kostenträger für die geplante Umschulung in Betracht kommt, bedarf es einer Alternative zum Bildungsgutschein. Damit können die Berufsgenossenschaften, die Rentenversicherung und auch die Unfallkasse durchaus dienen. Spezielle Förderungen zur beruflichen Rehabilitation kommen dann zum Einsatz.

Ansonsten kann es sich auch lohnen, nach Stiftungen und Stipendien Ausschau zu halten. Hier erhält man mitunter Finanzierungshilfen und kann sich die Umschulung trotz prekärer Finanzlage leisten.

  • Bildungskredit

Falls alle Stricke reißen, kommt vielleicht auch ein Bildungskredit in Betracht. Dann ist man nicht auf die Genehmigung eines Kostenträgers angewiesen und kann sein Schicksal stattdessen selbst in die Hand nehmen. In der Regel deckt der Kredit vor allem die Lehrgangsgebühren ab, so dass für die laufenden Lebenshaltungskosten eine andere Lösung gefunden werden muss. Grundsätzlich muss man sich allerdings fragen, ob man tatsächlich bereit ist, sich zu verschulden, um an einer Umschulung mit teils ungewisser Zukunft teilzunehmen.

Was ist der Berufsabschluss aus einer Umschulung wert?

Im Mittelpunkt einer Umschulung steht stets der Wunsch, einen anderen Berufsabschluss zu erlangen, um darauf aufbauend einen beruflichen Neustart zu schaffen. Es stellt sich also unweigerlich die Frage, was der Abschluss wert und inwiefern dieser mit dem einer klassischen Berufsausbildung vergleichbar ist.

Insbesondere Interessierte mit gewissen Zweifeln dürfte der Umstand überzeugen, dass es formal keinen Unterschied macht, ob man eine gewöhnliche Ausbildung gemacht oder an einer Umschulungsmaßnahme teilgenommen hat. Am Ende müssen stets die der Ausbildungsordnung entsprechenden Prüfungen abgelegt werden. Wer hier besteht, darf sich über den Berufsabschluss freuen und kann so einer rosigen Zukunft entgegensehen.

Abgesehen von der formalen Anerkennung ist zudem noch hervorzuheben, dass erfolgreiche Umschüler/innen noch viel Erfahrungen und einige weitere Qualifikationen mitbringen. Dementsprechend können sie den neuen Berufsabschluss oftmals besser nutzen, sofern sie sich ihrer Sache sicher sind und die Jobsuche richtig angehen.

Achtung! Zwei Tipps der Redaktion:

Der Online-Ratgeber Otti.de versorgt Umschulungswillige nicht nur mit Wissenswertem rund um die Zweitausbildung, sondern gibt gerne auch ein paar Tipps weiter, damit die Umschulung und der damit verbundene berufliche Neuanfang bestmöglich gelingen kann. Ein Ersatz für eine persönliche Beratung ist dies zwar nicht, aber mit den folgenden Tipps stehen die Chancen für eine erfolgreiche Umschulung dennoch sehr gut.

Bewerten Sie die Lage auf dem Arbeitsmarkt kritisch!

Arbeitslosigkeit, Unzufriedenheit mit dem Job oder auch gesundheitliche Einschränkungen können Anlässe dafür sein, dass man eine Umschulung ins Auge fasst. Unabhängig von der Ausgangssituation geht es stets darum, neue berufliche Perspektiven zu entwickeln. Dass die Lage auf dem Arbeitsmarkt dahingehend ein entscheidender Faktor ist, bleibt folglich nicht aus.

Umschulungswillige sollten dabei allerdings kritisch sein und bedenken, dass bis zum Abschluss der Qualifizierung einige Jahre vergehen. Ein akuter Fachkräftemangel kann bis dahin mitunter Geschichte sein. Bestenfalls langfristige Entwicklungen können herangezogen werden, denn die Wahl einer Umschulung ist gewissermaßen eine Entscheidung fürs Leben. Kurzfristige Trends sollten daher außer Acht gelassen werden.

Treffen Sie Ihre Auswahl sorgfältig!

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist ohne Frage wichtig und sagt viel über die Perspektiven einer Umschulungsmaßnahme aus. Doch darauf allein kommt es nicht an, schließlich muss man in dem neuen Beruf sein Glück finden. Die Berufswahl sollte daher stets auch von den persönlichen Wünschen und Vorstellungen abhängig gemacht werden. Nur wer so vorgeht, kann die richtige Entscheidung treffen und Zufriedenheit im Beruf erlangen.

In Anbetracht der Tatsache, dass die Arbeit einen wesentlichen Teil des Lebens ausmacht, sollte dies nicht unterschätzt werden. Damit es zu keiner Fehlentscheidung kommt, die man später bereut, sollte man das Berufsbild studieren, sich eingehend beraten lassen und vielleicht auch ein Praktikum zum Sammeln erster praktischer Erfahrungen absolvieren. Die karrieretechnischen Aussichten dürfen zugleich nicht gänzlich außer Acht gelassen werden. Ansonsten erlernt man vielleicht seinen absoluten Traumberuf im Rahmen der Umschulung, muss hinterher aber feststellen, dass es keine Jobs gibt.

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überhaupt nichteher wenigersoweit okgutsehr gut
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